Lichtmaschine und Wasserpumpe sind Nachbarn am Keilrippenriemen, und beide heulen auf dieselbe dumpfe Art: ein gleichmäßiger tiefer Ton, der mit der Drehzahl steigt und kaum davon abhängt, ob das Auto fährt. Eine falsche Diagnose kostet je nach Richtung unterschiedlich viel: Die Pumpe für die Lichtmaschine zu halten ist der teure Irrtum, denn eine fressende Pumpe kann den Zahnriemen mitnehmen. Hier stehen die einfachen Prüfungen, die beide trennen.

Warum der Ton gleich klingt

In beiden Aggregaten heult dasselbe — das Lager, auf dem die Welle läuft. Verschlissene Laufbahnen erzeugen ein monotones tiefes Brummen, dessen Frequenz über das Scheibenverhältnis der Kurbelwellendrehzahl folgt. Beide Einheiten sind am Motorblock verschraubt und geben Schwingungen ins Metall ab, deshalb scheint der Ton nach Gehör von überall zugleich zu kommen.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Physik der Last. Eine Lichtmaschine wird elektrisch belastet: Je mehr Strom die Verbraucher ziehen, desto größer der magnetische Widerstand an der Welle und desto härter arbeitet das Lager. Eine Wasserpumpe fördert Kühlmittel und reagiert gar nicht auf Elektrik — dafür sitzt ihr Lager neben einem Simmerring, und beide sterben meist gemeinsam und hinterlassen feuchte Spuren.

Die Prüfungen, die beide trennen

  1. Elektrische Last. Im warmen Leerlauf Fernlicht, Heckscheibenheizung und Gebläse auf Maximum einschalten und auf eine Veränderung hören. Wächst das Heulen und wird tiefer, ist es die Lichtmaschine.
  2. Nach Leckagen suchen. Bei kaltem Motor das Pumpengehäuse und den Bereich darunter ansehen. Laufspuren, Kühlmittelreste, feuchter Staub — praktisch ein Urteil zugunsten der Pumpe, auch ohne weitere Zeichen.
  3. Spiel an den Scheiben. Bei abgenommenem Riemen jede Scheibe quer zur Achse von Hand wackeln und drehen. Knirschen, spürbares Spiel oder Hakeln zeigen auf ein bestimmtes Aggregat.
  4. Stethoskop. Ein Mechanikerstethoskop oder ein langer Schraubendreher am Gehäuse lokalisiert die Quelle zuverlässiger als alles andere — damit fängt auch die Werkstatt an.

Riemen und Rollen sollte man separat ausschließen: Ihr Geräusch ist eher ein Quietschen als ein Brummen. Die benachbarten Fälle behandelt die Symptomseite Riemenquietschen und der Artikel Lichtmaschine pfeift: Lager oder Riemen.

Gegenüberstellung

ZeichenLichtmaschineWasserpumpe
Reaktion auf Licht und HeizungDas Heulen wächstKeine Reaktion
FlüssigkeitsspurenKeineKühlmitteltropfen, Rückstände
Was dazukommtBatterieleuchte, dunkleres LichtÜberhitzung, schwankende Temperatur
Wie es sich entwickeltAus dem Heulen wird ein JaulenAus dem Heulen wird Schleifen, Spiel entsteht
Risiko beim AusfallLeere BatterieAbgeworfener Riemen, Überhitzung, Motorschaden

Die Zeile mit dem Risiko sollte man zweimal lesen. Sie entscheidet, ob die Reparatur warten kann: Eine Lichtmaschine lässt Zeit und warnt mit einer Leuchte, eine Pumpe fällt ohne Vorspiel aus.

Wie über die Reparatur entschieden wird

Die entscheidende Frage ist, was die Pumpe bei Ihrem Motor antreibt. Ist es der Zahnriemen und liegt die Laufleistung in der Nähe des planmäßigen Wechsels, wird die Pumpe selbstverständlich mitgetauscht: dieselbe Baugruppe ein zweites Mal zu zerlegen kostet mehr als das Teil. Treibt der Keilrippenriemen sie an, steht die Arbeit für sich.

Bei der Lichtmaschine lohnt eine ähnliche Frage: ob die Lager ersetzt werden können oder Ihnen gleich das ganze Aggregat verkauft wird. Bei vielen Lichtmaschinen ist eine Überholung eine legitime Option, ebenso der alleinige Tausch der Freilaufriemenscheibe — sie ist selbst eine häufige Geräuschquelle und deutlich günstiger als die Lichtmaschine, siehe Freilaufriemenscheibe: Defektzeichen.

Was auch immer es wird: Der Keilrippenriemen wird ersetzt, wenn er nach langer Laufzeit ohnehin herunterkommt. Neben der bereits bezahlten Arbeit ist er ein kleiner Posten.

Am einfachsten hält man den Unterschied mit einer Aufnahme fest: zwei kurze Dateien in der Stuk-App — im Leerlauf ohne Last und eine halbe Minute nach dem Einschalten von Licht und Heizung. Die App vergleicht sie mit Ihren Antworten und zeigt die wahrscheinlichen Ursachen in Prozent, so kommen Sie mit einer Theorie statt mit einem allgemeinen „da brummt was“.