Der Zahnriemen ist der gezahnte Riemen, der den Ventiltrieb antreibt. Er synchronisiert die Kurbelwelle mit den Nockenwellen: Solange der Riemen intakt ist, öffnen die Ventile exakt im Takt mit den Kolben. Seine Tücke ist, dass er fast lautlos verschleißt und schlagartig reißt — und an den meisten modernen Motoren bedeutet ein Riss verbogene Ventile und eine teure Reparatur. Die Verschleißzeichen sollte man deshalb im Voraus kennen und prüfen, ohne auf ein Geräusch zu warten.

Warum Riemenverschleiß fast unhörbar ist

Ein Zahnriemen aus Gummi ist von Natur aus ein leises Teil: Er rasselt nicht wie eine Kette und schleift nicht wie ein Lager. Bis in die letzten Stadien des Verschleißes arbeitet er ohne akustische Warnung. Die meisten „Steuerungsgeräusche“ an Motoren mit Riemenantrieb kommen nicht vom Riemen, sondern aus seiner Umgebung — von Spann- und Umlenkrollen und von der Wasserpumpe.

Daraus folgt die praktische Konsequenz: An einem Motor mit Zahnriemen kann man nicht nach dem Motto „ich tausche ihn, wenn er anfängt zu klopfen“ vorgehen. Die wichtigsten Werkzeuge sind der Wechselplan und die Sichtprüfung; Geräusche ergänzen das Bild nur.

Sichtbare Zeichen: worauf Sie achten

An vielen Motoren lässt sich der obere Teil der Steuerungsabdeckung in wenigen Minuten abnehmen oder hat ein Sichtfenster. Prüfen Sie mit einer Taschenlampe und drehen Sie die Kurbelwelle an der Riemenscheibenschraube weiter, damit Sie den ganzen Riemen sehen:

  • Risse auf der glatten Rückseite — das wichtigste Zeichen für alternden Gummi; ein Netz feiner Risse bedeutet, dass die Lebensdauer praktisch aufgebraucht ist;
  • ausgefranste Kanten und Ablösungen — der Riemen läuft wegen eines Fluchtungsfehlers an einer Rolle oder Scheibe an, und die Zugfäden treten aus;
  • zerbröselte oder unterschnittene Zähne — die Vorstufe dazu, dass Zähne unter Last abscheren; ein solcher Riemen kann morgen überspringen;
  • glänzende Politur auf der Arbeitsseite — der Gummi ist verhärtet und rutscht;
  • Öl- oder Kühlmittelspuren — Flüssigkeiten zerstören Gummi; die Undichtigkeit muss zusammen mit dem Riemen behoben werden, sonst hält der neue nicht.

Jedes einzelne dieser Zeichen ist Grund genug, den Satz zu tauschen, ohne das planmäßige Intervall abzuwarten.

Indirekte und hörbare Zeichen

Geräusche gibt es durchaus, und sie müssen richtig gelesen werden. Ein rhythmisches Ticken hinter der Abdeckung kann von einem beschädigten Riemenzahn kommen, der am Zahnrad hakt; andererseits ticken Ventilspiel und Hydrostößel ganz ähnlich — den Vergleich zieht Hydrostößel ticken im kalten Zustand und die Symptomseite Ticken im Motor.

Pfeifen und Rascheln aus dem Bereich der Steuerung bedeuten fast immer die Rollen und nicht den Riemen — ihre Lager verschleißen zuerst, und ein gleichmäßiges Heulen, das der Drehzahl folgt, ist ihre typische Handschrift. Die allgemeine Beschreibung von Pfeifgeräuschen am Antrieb steht auf der Symptomseite Riemenquietschen.

Und schließlich zeigt sich ein übergesprungener Riemen ganz ohne Ton: ein unruhiger Leerlauf, Leistungsverlust, schweres Starten, eine Motorkontrollleuchte mit Fehlercodes zur Nockenwellenkorrelation. Der Motor läuft, aber die Steuerzeiten stimmen nicht — in diesem Zustand zu fahren ist riskant.

Zeichen, Ursache, Dringlichkeit

ZeichenWas es bedeutetDringlichkeit
Feine Risse auf der RückseiteGummi altertInnerhalb des Monats tauschen
Ausgefranste KanteFluchtungsfehler an Rolle oder ScheibeDiagnose diese Woche
Zerbröselte ZähneZustand kurz vor dem AusfallSofort tauschen, besser nicht fahren
Öl auf dem RiemenEin undichter Simmerring zerstört den GummiTausch plus Undichtigkeit beheben
Ticken, Pfeifen hinter der AbdeckungRollen, beschädigter ZahnDiagnose diese Woche
Unruhiger Lauf, Nockenwellen-CodesEin übergesprungener Zahn ist möglichSofort in die Werkstatt

Intervalle und wie über die Arbeit entschieden wird

Der typische Plan liegt je nach Motor bei 60.000 bis 120.000 km oder bei 5 bis 7 Jahren nach Alter: Gummi altert auch ohne Laufleistung. Nach dem Kauf eines Gebrauchtwagens mit unbekannter Historie ist es die vernünftige Entscheidung, den Steuerungssatz sofort zu tauschen — das ist kleiner als jede der Folgen.

Was in die Arbeit gehört, zählt genauso viel wie der Zeitpunkt. Der Satz umfasst Riemen, Umlenkrollen und Spanner; an Motoren, bei denen die Wasserpumpe vom selben Riemen angetrieben wird, gehört auch die Pumpe hinein, weil ihre Arbeitszeit ohnehin schon bezahlt ist. Fragen Sie, ob Kurbelwellensimmerring und Nockenwellensimmerringe geprüft werden, solange alles offen ist — ein Ölaustritt auf einen neuen Riemen ist der klassische Grund, warum eine korrekt ausgeführte Arbeit binnen eines Jahres scheitert.

Noch etwas, das Werkstätten nicht immer von sich aus erwähnen: Viele Riemen müssen gespannt werden, nachdem der Motor von Hand zwei volle Umdrehungen gedreht wurde, und danach wird die Spannung erneut geprüft; manche Kurbelwellenschrauben sind Einwegteile. Eine Arbeit ohne diese Schritte kann perfekt aussehen und trotzdem falsch sein.

Ist aus dem Bereich der Steuerung bereits ein Ticken, Rascheln oder Pfeifen zu hören, halten Sie den Ton fest: Eine Aufnahme in der Stuk-App zusammen mit den Antworten auf einige Fragen hilft herauszufinden, ob es die Rollen, die Pumpe oder etwas Ernsteres ist — und was Sie in die Werkstatt mitnehmen sollten.