Ein Automatikgetriebe stirbt so gut wie nie an einem Tag. Zwischen dem ersten „das kam mir vor, als hätte es überlegt“ und dem Abschleppen in die Werkstatt vergehen meist Monate, manchmal Jahre — und die ganze Zeit über sendet der Wagen Signale. Das Problem ist, dass sie sich langsam aufbauen und der Fahrer sich an sie gewöhnt. Hier steht, worauf Sie achten und hören sollten, um den Verschleiß in dem Stadium zu erwischen, in dem die Reparatur noch in einem vernünftigen Rahmen bleibt.

Frühe Zeichen: das Getriebe lebt noch

In der ersten Phase arbeitet die Automatik, verliert aber die Unauffälligkeit, für die man sie gekauft hat. Eine Verzögerung tritt auf: Der Wählhebel geht auf D, und der Wagen setzt sich erst eine bis anderthalb Sekunden später in Bewegung. Die Schaltvorgänge werden härter — der Moment des Wechsels ist als Ruck zu spüren. Beim Kickdown zögert es: Das Gaspedal steht am Boden, und das Getriebe braucht länger als sonst, um einen Gang zu wählen.

Auch der Klang gehört in diese Phase. Ein gleichmäßiges Heulen im Leerlauf, das sich beim Bewegen des Wählhebels ändert, kommt oft von der Pumpe und den Lagern und verdient eine eigene Betrachtung, gesammelt in Heulen des Getriebes im Leerlauf und Frühe Zeichen für Heulen der Automatik. Die Hälfte der frühen Symptome dieser Phase heilt das Öl: Altes Öl verliert seine Viskosität und seine Verschleißschutzeigenschaften, der Druck im Ventilkörper fällt, und das Getriebe fängt an, zu spät zu kommen.

Die mittlere Phase: Zeit für einen Spezialisten

ZeichenWas dahintersteckt
Schläge bei warmem GetriebeVentilkörper, Magnetventile, verschlissene Lamellenpakete
Ein Gang fällt ausAusfall eines bestimmten Pakets oder Magnetventils
Notlauf (nur dritter Gang)Fehler im Steuergerät, Schutzfunktion des Getriebes
Vibration bei 60–80 km/hWandler, Überbrückungskupplung
Dunkles Öl mit BrandgeruchÜberhitzung und Verschleiß des Reibbelags
Ein Schlag im Moment des SchaltensOft die Lager, nicht das Getriebe

Die letzte Zeile ist wichtig: Nicht alles, was nach dem Tod einer Automatik aussieht, ist einer. Verschlissene Motorlager machen aus einem normalen Drehmomentstoß einen Schlag durch die Karosserie, und von außen sieht das einem Getriebeproblem verblüffend ähnlich. Es lohnt sich also, den Zustand der Motorlager zuerst zu prüfen. Das Prinzip ist überall dasselbe: Zuerst die günstigen Ursachen ausschließen.

Die späte Phase: Fahren ist keine Option mehr

Hier brauchen die Zeichen keine Deutung. Rutschen — die Motordrehzahl steigt, das Tempo nicht. Ruckeln bei jedem Schaltvorgang. Metallisches Schleifen unter dem Boden. Späne an den Magneten der Ölwanne und im Öl. Eine Warnleuchte zusammen mit dem Wechsel in den Notlauf.

In diesem Stadium arbeitet jede Fahrt gegen Sie: Der Abrieb zirkuliert mit dem Öl durch den Ventilkörper und setzt die Kanäle zu, der Druck fällt, und die überlebenden Kupplungen brennen. Eine Reparatur, die gestern noch ein Lamellenpaket und ein Magnetventil war, wird zur kompletten Überholung. Ist Schleifen aufgetreten oder hält das Getriebe keinen Gang mehr, ist der Abschleppwagen klüger als die Fahrt dorthin. Der allgemeine Überblick über Geräusche, die man nicht dulden darf, steht auf der Symptomseite Brummen während der Fahrt, das Gegenstück beim Schaltgetriebe in Kann man mit heulendem Getriebe fahren.

Wie über die Reparatur entschieden wird

Der Umfang einer Überholung lässt sich im Voraus nicht benennen: Er hängt vom Getriebemodell ab und davon, was bereits zerstört ist. Aber die Reihenfolge der Schritte ist überall gleich, und auf ihr sollte man bestehen.

Erstens Auslesen und Ölkontrolle — Farbe, Geruch und das, was an den Magneten der Ölwanne hängt. Diese drei Dinge trennen „hier braucht es frisches Öl“ von „hier muss geöffnet werden“.

Zweitens die Frage nach dem Ölwechsel selbst. Bei einem Getriebe mit frühen Symptomen hilft ein Wechsel meist; bei einem, das schon rutscht, macht er es manchmal schlimmer, weil Ablagerungen in die Kanäle gespült werden — und eine ehrliche Werkstatt sagt das, statt einen Wechsel als Heilmittel zu verkaufen. Fragen Sie, welcher der beiden Fälle Ihrer ist und warum.

Drittens, was zu einer Überholung dazugehört: Ventilkörper, Wandler und Ölkühler. Ein überholtes Getriebe, das aus einem verstopften Kühler versorgt wird oder an einem ungeöffneten Wandler voll altem Abrieb hängt, kommt zurück — das ist der häufigste Grund, warum eine Überholung binnen eines Jahres scheitert.

Sind Sie in einer frühen Phase und nicht sicher, ob sich der Klang des Getriebes über die letzten Monate verändert hat, nehmen Sie ihn alle paar Wochen mit der Stuk-App auf — im Leerlauf, in Neutralstellung und beim Beschleunigen. Die App führt die Historie, vergleicht die Aufnahmen und zeigt, ob es schlechter wird oder der Klang schlicht immer schon so war.