Das Radlager ist das Teil, auf dem sich das Rad dreht, und eines der wenigen im Auto, das Sie ziemlich sicher selbst diagnostizieren können. Sie brauchen eine leere Straße, einen Wagenheber und fünfzehn Minuten. Unten stehen fünf Prüfungen in der Reihenfolge, in der man sie bequem macht: zuerst in Fahrt, dann im Stand. Zusammen ergeben sie eine Diagnose, mit der Sie selbstbewusst in eine Werkstatt gehen können.

Drei Tests in Fahrt

  1. Der Tempotest. Suchen Sie ein ebenes Stück und beschleunigen Sie gleichmäßig, während Sie das Tempo notieren, bei dem das Brummen auftritt. Ein Radlager meldet sich meist bei 40–60 km/h und wächst stetig mit dem Tempo, monoton und ohne Pausen.
  2. Der Spurwechseltest. Ziehen Sie bei 60–80 km/h sanft nach links, dann nach rechts. Im Bogen neigt sich die Karosserie nach außen, und das belastete äußere Rad brummt lauter: Zunahme beim Zug nach links zeigt auf das rechte Lager, nach rechts auf das linke.
  3. Der Schubtest. Beschleunigen Sie auf das Tempo, bei dem das Brummen deutlich ist, und rollen Sie im Leerlauf. Bleibt das Brummen unverändert, dreht die Quelle mit den Rädern und Motor und Getriebe sind nicht beteiligt.

Eine vierte Prüfung obendrein ist der Belagstest. Fahren Sie auf verschiedenem Asphalt: Reifengeräusche ändern sich mit dem Belag, ein Lager brummt überall gleich. Dieser Schritt beseitigt den häufigsten Fehlalarm. Das vollständige Klangbild steht auf der Symptomseite Radlagerbrummen.

Zwei Prüfungen im Stand

Die erste ist das Anheben des Rades. Bocken Sie es auf, sichern Sie das Auto auf einer Abstützung und drehen Sie das Rad von Hand. Ein gesundes Lager läuft still und weich; ein verschlissenes gibt ein Rascheln, Knirschen oder Brummen, das mit einer Hand an der Feder deutlich hörbar ist. Greifen Sie das Rad dann auf 12 und 6 Uhr und rütteln Sie: Deutliche Bewegung heißt Spiel. Die ausführliche Prozedur steht in Radnabenspiel am angehobenen Rad prüfen.

Die zweite ist die Temperatur. Direkt nach einer ruhigen Fahrt mit wenig Bremsen die Handfläche vorsichtig an jede Nabe heranführen. Ein Unterschied zwischen einem Rad und den übrigen ist ein Warnzeichen: Das Lager heizt sich durch Reibung selbst auf.

Zwei Einschränkungen für beide Prüfungen. Das Rad muss sicher angehoben sein — auf einem Unterstellbock oder mit dem Reserverad unter dem Schweller, nicht allein auf dem Wagenheber. Und vergleichen Sie immer mit den Nachbarrädern derselben Achse: Absolute Werte gibt es hier nicht, nur den Unterschied zwischen dem verdächtigen Rad und den anderen drei.

Was mit einem Radlager verwechselt wird

QuelleUnterscheidungsmerkmal
ReifengeräuschÄndert sich mit dem Belag, in beiden Bögen gleich
Äußeres GleichlaufgelenkKein Brummen, sondern Knirschen im engen Bogen unter Zug
AntriebsstrangDer Ton folgt dem Zug: unter Last anders als im Schub
ServopumpeBrummt beim Lenken sogar im Stand
Ein hängender BremssattelBrummen mit Hitze, aber das Rad dreht gegen Widerstand

Es lohnt sich, auch die Nachbarn zu prüfen: Beim Rütteln gefundenes Spiel gehört nicht immer zum Lager — Lenkung und Querlenker erzeugen ähnliche Empfindungen. Wie man sie trennt, steht in Spurstangenköpfe auf Spiel prüfen.

Was mit dem Ergebnis zu tun ist

Stimmen Tempotest, Spurwechseltest und ein Rascheln am angehobenen Rad überein, ist ein Radlager hoch wahrscheinlich und Sie können sicher einen Termin buchen.

Zwei Dinge entscheiden die Arbeit. Ob Ihr Auto ein in die vorhandene Nabe gepresstes Lager oder eine komplett getauschte Nabeneinheit bekommt — das bestimmt Preis und Zeit, und bei vielen modernen Autos sitzt der ABS-Sensor in dieser Einheit. Und das Anzugsmoment der Nabenmutter: Zu fest oder zu locker zerstört ein neues Lager binnen einiger tausend Kilometer, ein Drehmomentschlüssel statt eines Schlagschraubers ist also das, was man sehen will.

Beide Lager „vorsichtshalber“ zu tauschen ist nicht nötig. Aber darum zu bitten, die andere Seite prüfen zu lassen, ist sinnvoll: Ist sie ebenfalls am Ende, können Sie die Ausgabe planen statt ihr in einem Monat zu begegnen.

Widersprechen sich die Prüfungen — was oft vorkommt —, nehmen Sie das Brummen in der Stuk-App beim Spurwechseltest auf. Die App gleicht die Aufnahme mit Ihren Antworten ab und zeigt die wahrscheinlichen Ursachen in Prozent, samt der Seite, mit der die Prüfung beginnen sollte.